Einweihung Haus Aktienhof

Jörg Fischer (2.v.l.) und Michael Summerer (2.v.r.) übergaben unser Einweihungsgeschenk an Karlheinz Saage, Werner Schmitt und Dr. Gerald Gaß (1.v.l., Mitte, 1.v.r.).

Am 28.06.2018 war es soweit: Das neue Wohnheim für Intensiv betreutes Wohnen (IBW) in Andernach wurde eingeweiht. Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhaus (AöR), begrüßte Mitarbeiter, Bewohner und weitere zahlreiche Gäste im Foyer des „Haus Aktienhof“, wie das Gebäude von nun an heißen wird. Besonders freute er sich, dass auch viele Nachbarn der Einladung gefolgt waren; einige hatten dem Bau zu Beginn kritisch gegenüber gestanden.

Die Fertigstellung des Haus Aktienhof bedeute „einen weiteren Meilenstein in der Sanierung und Modernisierung des Heimbereichs“ der RMF, sagte Gaß. Der Neubau verbessere die Situation für die Bewohner und Mitarbeiter deutlich. Für dieses Ziel habe die Klinik fünf Millionen Euro mit Stolz investiert, z.T. unterstützt durch die Förderung des Landes Rheinland-Pfalz. Gaß wies auf die besonderen Bedingungen hin, die es bei der Verwirklichung des Wohnheims für chronisch schwer psychisch kranke bzw. seelisch behinderte Menschen zu beachten galt. Sein Lob ging an unser Architekturbüro, das „fachlich fundiert und im Zeitrahmen“ das Bauwerk in „gewohnt guter Qualität“ geschaffen habe. Die besondere bauliche Infrastruktur des Wohnhauses unterstütze das Ziel der Klinik, Inklusion zu leben und die Bewohner in die Gesellschaft zu integrieren.

Karlheinz Saage, Direktor des Heimbereichs der RMF, ergänzte: „Hier wird ein Traum Realität.“, und unterstrich noch einmal die enorme Verbesserung im Vergleich zum ursprünglichen „Haus Eifel“. Dort lebten die 24 Bewohner in mehreren Mehrbettzimmern. Ihnen standen eine Küche und ein gemeinsames Bad zur Verfügung. Daneben gab es keine ausreichende Bewegungsfläche, die so dringend benötigt werde. Der Umzug in die heutige „Station Eifel 1“ im Klinischen Zentrum verbesserte die Situation zwar, trotzdem führten die Bewohner weiterhin ein Leben in beengten Verhältnissen. Saage beschrieb, wie für das Haus Aktienhof optimale Bedingungen im Prozess erarbeitet wurden, auch in Workshops mit Bewohnern. Er betonte, dass „die Architekten diese Anregungen und Wünsche aufgegriffen und verstanden“ hätten. Manchmal sei es nötig, „den Bewegungsraum zu begrenzen, um zu schützen“. Trotzdem darf darunter nicht die Lebensqualität leiden. „Selbst die kleinste Einheit – vier Zimmer – hat immer noch eine Küche, ein Wohnzimmer und einen Garten“, freute sich Saage.

Jörg Fischer und Michael Summerer übergaben anschließend den Neubau an den Nutzer und überreichten statt des symbolischen Schlüssels ein praktisches Einweihungsgeschenk: Kissen in den Farben der drei Wohngruppen.

Im Anschluss konnten sich die Besucher selbst von der neu geschaffenen Lebensqualität überzeugen. Jörg Fischer, Michael Summerer
und Timo Hück führten durch das Gebäude und standen für Fragen zur Verfügung.

In den Fluren der Wohngruppen kamen die Kissen auf den Sitzbänken sofort zum Einsatz.

Das Haus Aktienhof im Überblick

24 Bewohner werden in das Haus Aktienhof einziehen. Diese leiden an psychischen oder seelischen Erkrankungen, die besonderer Unterstützung und Betreuung bedürfen. Da eigen- oder fremdgefährdende Verhaltensweisen nicht ausgeschlossen werden können, stand die Planung unter dem Motto
„So viel Freiheit wie möglich, so viel Schutz wie nötig“. Auch in ihrem besonders beschützenden Umfeld sollen die Bewohner rege an der Gemeinschaft teilhaben und größtmögliche Selbständigkeit erfahren.

Aus dieser besonderen Anforderung entstand das Konzept der drei Wohngruppen, die sich zu einem Gesamtgebäude zusammenfügen und bei Bedarf individuell geöffnet oder geschlossen werden können. Jede Wohngruppe besteht aus acht Bewohnerzimmern mit eigenem Bad und mehreren Gemeinschaftsräumen. Sie kann in zwei Einheiten mit jeweils vier Zimmern unterteilt werden. Im Zentrum der Gruppe befindet sich ein Atrium, an das zwei Wohnräume und eine Küche angeschlossen sind. Der Zugang zu diesen Räumen bleibt für jede Kleingruppe auch bei bestehender Teilung erhalten. Der Grundriss ermöglicht somit die Erstellung gesonderter Schutzzonen, die auch in ihrer kleinsten Einheit ein größtmögliches Maß an Normalität gewährleisten.

Das Atrium der Wohngruppe bietet innerhalb des geschützten Bereichs Zugang zum Außenraum.

Sämtliche Therapie- und Behandlungsräume sowie ein gemeinsamer Speiseraum sind auf kurzen Wegen erreichbar. Als Entspannungszonen im Freien stehen den Bewohnern eine große Terrasse und ein zentrales Atrium zur Verfügung.

Im Sport- und Bewegungsraum werden therapeutische Maßnahmen unterstützt.